Phantom
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Die Phantom II wurde ursprünglich zur Flottenverteidigung der Navy entwickelt. Als Ausgangsbasis für die Entwicklung diente die unbeliebte Mc Donnell F-3H Demon wodurch der Phantom II deren schlechter Ruf vorauseilte. Der Erstflug fand im Mai 1958 statt, und die operative Einsatzbereitschaft war 1961 gegeben. Die Air Force testete sie (als F-110A Spectre) für die Bereiche Luftnahunterstützung, Unterbindung und Angriffe auf Einrichtungen feindlicher Luftwaffen, und bestellte 1962 eine USAF-Version. Die als F-4C bezeichnete Phantom II der Air Force absolvierte ihren Erstflug am 27. Mai 1963, die Produktion begann im November 1963.

In der Luft-Boden-Rolle kann die F-4 die doppelte Bombenlast einer B-17 Flying Fortress aus dem Zweiten Weltkrieg tragen. Die F-4 der USAF flogen auch Aufklärungs- und Wild Weasel-Missionen zur Ausschaltung der feindlichen Luftabwehr. Die Produktion der Phantom II endete 1979, nachdem über 5.000 Stück gebaut worden waren - mehr als 2.800 für die Air Force, etwa 1.200 für Navy und Marine Corps und der Rest für befreundete ausländische Nationen.

Ab 1965 nahmen Phantom II"s der Air Force am Vietnamkrieg teil. Frühe Versionen (F-4A bis F-4D) hatten keine Bordkanone; zusammen mit der Unzuverlässigkeit der damals verwendeten Luft-Luft-Raketen AIM-7 Sparrow und AIM-9 Sidewinder führte dieser Mangel häufig zum Verlust des Flugzeugs. Im Verlauf des Vietnamkriegs verursachten ihre Gegner, die MiG-19 Farmer und die MiG-21 Fishbed, schwere Verluste. Dies führte zur Entwicklung der Variante F-4E, die eine M61 Vulcan-Kanone unter der Nase montiert hatte.

Diese spätere Version wurde zum Hauptstandbein der Air Force in Vietnam und diente später in den Luftwaffen vieler weiterer Länder, z.B. Australien, Großbritannien, Griechenland, Israel, Iran, Japan, Spanien, Südkorea, der Türkei und Westdeutschland. Die F-4E wurde nicht von der Navy oder den Marines eingesetzt, die älteren F-4B wurden dort aber durch die neue F-4J ersetzt, die jedoch auch kein Bordgeschütz hatte.

Die deutsche Version (F-4F) wird noch bis zum Ende der Serienfertigung des Eurofighters im Einsatz bleiben. Zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit wurde in einem Kampfwertsteigerungsprogramm ein neues APG-65Radar eingebaut und damit die Nutzung der Luft-Luft-Flugkörper AIM-120 AMRAAM möglich. Darüber hinaus hatte die Bundesluftwaffe von 1971 bis 1993 den Aufklärer RF-4E (Reconaissance Fighter) im Einsatz. Stationiert waren diese im Aufklärungsgeschwader (AG) 51 "Immelmann" in Bremgarten sowie im AG 52 in Leck. Nach Außerdienststellung verkaufte die Bundesregierung die Flugzeuge nach Griechenland und in die Türkei.

Eine besondere Stellung nahmen die britischen Phantom der M- und K-Versionen ein. Diese Maschinen wurde als einzige nicht mit dem üblichen J79-Strahltriebwerk von General Electric, sondern mit dem Rolls-Royce Spey ausgerüstet, das einen größeren Schub in geringen Höhen aufwies, jedoch die Höchstgeschwindigkeit auf Mach 1.9 herabsetzte. Des Weiteren hatten die F-4K der Royal Navy ein Bugfahrwerk, das sich weiter ausfahren liess, als bei den anderen Versionen. Somit konnten die Phantom von den kleineren Trägern der Royal Navy aus operieren. Die britischen Phantoms wurden durch die IDS- und ADV-Versionen der Panavia Tornado ersetzt.

Nachdem die "normalen" F-4 bei Navy, Marines und Air Force bereits durch modernere Typen wie die F-14 Tomcat, F/A-18 Hornet und F-16 Fighting Falcon ersetzt worden sind, waren die letzten aktiven amerikanischen Phantoms die auf Wild Weasel-Einsätze spezialisierten und daher lange Zeit unentbehrlichen F-4G. Ihren letzten Einsatz erlebten diese Jets während der Operation Provide Comfort 1995 über dem Irak, danach wurden auch sie zum großen Teil dem Flugzeugfriedhof auf der Davis-Montham AFB in Arizona zugeführt, einige werden aber noch immer zur Pilotenausbildung oder als Drohne benutzt.

Technische Daten:

  • Hauptfunktion: Allwetter-Jagdflugzeug
  • Hersteller: McDonnell Aircraft Corporation (später McDonnell Douglas)
  • Antrieb: Zwei General Electric J79 Turbojet-Triebwerke mit Nachbrennern
  • Schub: 17.900 Pfund (8.055 kg) trocken
  • Länge über alles: 19,1 m
  • Höhe über alles: 5,0 m
  • Spannweite: 11,8 m
  • Höchstgeschwindigkeit: 2.800 km/h (Mach 2.5)
  • Dienstgipfelhöhe: 60.000 Fuß (18.182 m)
  • Maximales Startgewicht: 27.900 kg
  • Reichweite: 1.300 Meilen (1.130 Nautische Meilen).
  • Bewaffnung: Vier AIM-7 Sparrow (deutsche Version: AIM-120 AMRAAM) und vier AIM-9 Sidewinder-Raketen, AGM-65 Maverick-Raketen, AGM-88 HARM-Antiradar-Rakete, ein Bombengestell unter dem Rumpf und vier Pylonen-Gestelle für 5.625 kg ungelenkte Bomben.
  • Kosten pro Stück: 18,4 Mio. US-$
  • Besatzung: F-4F - Zwei (Pilot und Waffensystemoffizier (WSO)).